Paludikultur – Nasswiesen
Schon über Jahrhunderte wurden Nasswiesen von Menschen genutzt. Nasswiesen setzen sich aus einer Vielzahl von Pflanzenarten zusammen, wobei Sauergräser, insbesondere Seggen, die dominierende Gruppe darstellen. Sie entwickeln sich in der Regel als Folge einer natürlichen Veränderung der Artenzusammensetzung von Grünlandbeständen, die durch eine Anhebung der Wasserstände ausgelöst wird. Auf feuchten bis nassen, nährstoffreichen Niedermoorböden entwickeln z.B. Seggen oder auch Rohrglanzgras hochwüchsige Bestände und gleichzeitig bilden sie eine robuste Grasnarbe, die auch bei höheren Wasserständen stabil bleibt und die Flächen befahrbar macht. Darüber hinaus sind sie in der Lage, temporäre Überstaus zu tolerieren, was ihre Anpassungsfähigkeit an wechselnde Wasserverhältnisse zeigt. Des Weiteren zeichnen sich Nasswiesen durch eine hohe Artenvielfalt aus.
Nasswiesen werden üblicherweise ein- bis zweischürig bearbeitet. Für die Ernte kommen kettenbasierte Raupen zum Einsatz, die entweder mit Zwillingsbereifung oder Breitreifen und einer Druckluftregelung ausgestattet sind. Je nach Grundwasserspiegel kann eine Trocknung der Ernte auf dem Feld möglich sein. Bei besonders nassen Beständen ist oft eine einstufige Erntemethode notwendig, bei der das Erntegut direkt aufgenommen wird. Dazu eignen sich kettenbasierte Raupenfahrzeuge mit Lade-Container, in dem die gehäckselte Biomasse aufgenommen werden kann.
Feuchtwiesen lassen sich bei Wasserständen, die die Torfzehrung vermindern (im Sommer etwa 20 bis 40 cm unter Flur), durch Wiederkäuer beweiden. Für Nasswiesen, bei denen der sommerliche Wasserstand höchstens 20 cm unter Flur liegt, haben sich insbesondere Wasserbüffel bewährt. Sie werden vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt.
Verwertung von Biomasse aus Nasswiesen:
- Stoffliche Verwertung
- Energische Verwertung
- Futterbauliche Verwertung

